| Forschungsbericht 1999-2000 | |
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Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde - Allgemeine Kinderheilkunde - Pädiatrische Nephrologie Waldeyerstraße 22 48149 Münster Tel. (0251) 83-56217, 83-56215 Fax: (0251) 83-58699 WWW: http://www.uni-muenster.de/ Leiterin: Prof. Dr. med. Monika Bulla |
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Forschungsschwerpunkte 1999 - 2000
Fachbereich 05 - Medizinische Fakultät Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde - Allgemeine Kinderheilkunde - Pädiatrische Nephrologie | |||
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Bartter-/Gitelmann-Syndrom
Das Bartter- und Gitelmann-Syndrom sind die wichtigsten Ursachen eines angeborenen
Salzverlustes. Ursächlich beruhen die Erkrankungen auf der Mutation von
Transportkanälen in den Tubuluszellen der Niere. Beim Bartter-Syndrom
unterscheidet man 3 Typen, je nach gestörtem Kanaltransporter: Luminaler
Natrium-Kalium-2 Chlorid-Cotransporter im dicken Schenkel der aufsteigenden
Henle'schen Schleife (= antenatales Bartter-Syndrom Typ I), luminaler
Kaliumkanal (= antenatales Bartter-Syndrom Typ II), basolateraler
Chloridkanal (= klassisches Bartter-Syndrom Typ III). Die Folgen des
Natriumverlustes beim Bartter-Syndrom sind Polyurie, Dehydratation,
Wachstumsretardierung, gefolgt von Stimulation des
Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systemes mit Ausbildung einer sekundären
Hypokaliämie und Alkalose sowie die Steigerung der Prostaglandinsynthese. Die
bisherige Therapie des Bartter-Syndroms bestand neben der Kaliumsubstitution aus dem
Einsatz des nicht selektiven Cyclooxygenaseinhibitors (COX) Indomethacin. Die Therapie
ist mit einer hohen Nebenwirkungsrate bis hin zur Entwicklung einer terminalen
Niereninsuffizienz behaftet. Es konnte gezeigt werden, dass mehr der Pathophysiologie
der von Funktionsstörungen betroffenen Tubuluszellen folgend mit einer an die
fraktionelle Natriumexkretion angepasste Kochsalzsubstitution es gelingt, die
Volumenkontraktion beim Bartter-Patienten zu beseitigen und den Hyperaldosteronismus
zu beheben. Konsekutiv kommt es zu einem Anstieg der Serumkaliumwerte und das
Körperwachstum beginnt sich zu normalisieren. Bei einigen Patienten reicht diese
hochdosierte Kochsalzsubstitution für die positive Beeinflussung des
Krankheitsbildes nicht aus. Bei diesen Patienten gelingt es jedoch, durch Einsatz des
selektiv wirkenden COX 2-Inhibitors Rofecoxib dann die Prostaglandin-Sekretion und den
Aldosteronserumspiegel zu normalisieren. Eine Beeinflussung des stimulierten
Reninsystems ist nicht möglich.
Auch das Gitelmann-Syndrom bedingt aufgrund der Störung der Natriumchloridreabsorption
im distalen Tubulus eine Volumendepletion, einen sekundären Hyperaldosteronismus mit
Ausbildung einer Hypokaliämie und Alkalose. Es besteht eine Hypomagnesiämie und
Hypokalziurie. Die Reninsekretion ist stark gesteigert, der Blutdruck erniedrigt. Die bisher
geübte Therapie in Form der ausschließlich hochdosierten Kaliumsubstitution und
Korrektur der Alkalose führt bei diesen Patienten zu keiner zufriedenstellenden Regulation
der Elektrolyt- und Volumenimbalanz. Auch hier gelingt es mit einer der Pathophysiologie
angepassten Kochsalzzufuhr (individuell gesteuert entsprechend der fraktionellen
Natriumexkretion), unterstützt durch eine mäßige Kaliumsubstitution die
Stabilisierung der Serumkaliumwerte im unteren Normbereich, die Normalisierung des
Volumenhaushaltes sowie die Absenkung des Aldosteronserumspiegels und (im Gegensatz zum
Bartter-Syndrom) auch des Renin-Spiegels zu erreichen.
Beteiligte Wissenschaftler:
Veröffentlichungen: |
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Hans-Joachim Peter