| Forschungsbericht 1999-2000 | |
|
|
Fachklinik Hornheide für Tumoren, Tuberkulose und Wiederherstellung an Gesicht und Haut Dorbaumstr. 300 48157 Münster Tel. (0251) 32 87 0 Fax: (0251) 32 87 299 e-mail: @fachklinik-hornheide.de WWW: http://www.fachklinik-hornheide.de/ Ärztlicher Direktor: PD Dr. Dr. Volker Schwipper |
|
|
Forschungsschwerpunkte 1999 - 2000
Fachbereich 05 - Medizinische Fakultät Fachklinik Hornheide für Tumoren, Tuberkulose und Wiederherstellung an Gesicht und Haut Tumorforschung (Dr. Rer. nat. G. Brunner) | |||
|
Glykosylphosphatidylinositol (GPI) - spezifische Phospholipase D und Tumorprogression
Glykosylphosphatidylinositol (GPI) ist eine
Zelloberflächen-Glykolipidstruktur, die relativ früh in der Evolution
entwickelt wurde und Proteine in der äußeren Lipidschicht der
Plasmamembran verankert. Die Grundstruktur des GPI-Ankers ist während der
Evolution zu Säugetierzellen streng konserviert worden, was auf eine
mögliche Rolle des Ankers in der Regulation der biologischen Aktivität
der verankerten Proteine hinweist. Die Familie der GPI-verankerten Proteine
umfaßt inzwischen mehr als 150 Mitglieder mit unterschiedlichen Funktionen.
Obwohl diese Proteine keinen intrazellulären Teil aufweisen, sind sie in
Membrandomänen konzentriert, die auf transmembrane Signalübertragung
spezialisiert sind (Caveolae), und sind für bestimmte Mechanismen der
Zellaktivierung essentiell. GPI-Defizienz ist im Embryonalstadium letal. Im Plasma
von Säugetieren zirkuliert eine GPI-spezifische Phospholipase D (GPI-PLD),
deren einziges bekanntes Substrat der GPI-Anker ist. Plasma GPI-PLD ist jedoch
inaktiv und kann nur durch Zugabe von Detergens reaktiviert werden. In unseren
früheren Studien haben wir erstmals gezeigt, daß GPI-PLD mRNA in
verschiedenen Zelltypen exprimiert ist und daß zelluläre GPI-PLD
GPI-verankerte Proteine durch Ankerspaltung in situ von der
Zelloberfläche ablöst. Wir haben nun gezeigt, daß dieser
Mechanismus die zirkulierenden Formen bestimmter GPI-verankerter Tumor- und
prognostischer Marker generiert (z.B. des Urokinase-Rezeptors [uPAR]) sowie deren
Expression hochreguliert. Wir untersuchen zur Zeit die Rolle der GPI-PLD in der
Freisetzung anderer Tumormarker sowie in der Regulation des malignen
Tumorzellphänotyps. Außerdem entwickeln wir eine semi-quantitative
RT-PCR zur Quantifizierung der GPI-PLD-Expression in Zellen und Geweben. Wir
glauben, daß das Verständnis der Funktion und Regulation dieses Enzyms
Einblick in posttranslationale Regulationsmechanismen der Tumor-Malignität
gewähren und möglicherweise neue Prognosefaktoren und therapeutische
Targets identifizieren wird. Darüberhinaus sind die gewonnenen Erkenntnisse
auch für die Regulation GPI-verankerter Proteine generell relevant.
Drittmittelgeber:
Beteiligte Wissenschaftler:
Veröffentlichungen: |
||||
|
|
Hans-Joachim Peter