| Forschungsbericht 1999-2000 | |
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Institut für Zoophysiologie
Hindenburgplatz 55 48143 Münster Tel. (0251) 83-2 38 51 Fax: (0251) 83-2 38 76 e-mail: paulr@uni-muenster.de WWW: http://www.uni-muenster.de/biologie/zoophysiologie/welcome.html Direktor: Prof. Dr. Rüdiger J. Paul |
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Forschungsschwerpunkte 1999 - 2000
Fachbereich 13 - Biologie Institut für Zoophysiologie Molekulare Physiologie (Prof. Dr. W. Stöcker) | |||
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Struktur und Funktion der Metzinkine am Beispiel des prototypischen Astacins
Im Arbeitsbereich Molekulare Physiologie werden Enzyme der Astacin-Familie von
Zink-Peptidasen untersucht, die nach ihrem Prototyp, der Kollagen-spaltenden
Verdauungsprotease Astacin aus dem Flusskrebs Astacus astacus L. benannt
ist. Neben Verdauungsenzymen umfasst die Astacin-Familie
extrazelluläre Proteasen und Zelloberflächen-Proteasen, die durch
limitierte Proteolyse die Assemblierung der extrazellulären Matrix und die
Wechselwirkungen zwischen Zellen und der Matrix regulieren. Beispiele sind die
membrangebundenen Meprine der Bürstensaummembranen von
Dünndarm und Niere und die Prokollagen C-Proteinase (BMP1, i.e. bone
morphogenetic protein), die für den korrekten Aufbau von Kollagenfasern
essentiell ist und daher ein therapeutisches Ziel bei der Behandlung fibrotischer
Erkrankungen darstellt. Aus Strukturuntersuchungen am Astacin, an
Matrix-Metalloproteinasen, Schlangengift-Proteasen und der bakteriellen Serralysine
entwickelten wir das Konzept einer Superfamilie von Zink-Peptidasen, der
Metzinkine. Die molekularen Grundlagen der funktionellen Diversifikation
dieser Proteinfamilie, die grundlegende Prozesse der Embryonalentwicklung und
Gewebedifferenzierung katalysiert, sind noch weitgehend unerforscht. Wir wollen
verstehen wie Astacin-ähnliche Proteasen in biologischen Systemen
funktionieren. Zu diesem Zweck benutzen wir heterologe Systeme zur
Überexpression dieser Proteine in ihrer ursprünglichen Form oder als
mutierte Enzyme in Bakterien, in Hefe, in Insektenzellen und in Säugerzellinien.
Wir wenden Absorptionsphotometrie, Fluoreszenzphotometrie,
Stopped-Flow-Kinetik, Plasmon-Resonanz und molekulares Modellieren an, um die
Wechselwirkung der Enzyme mit Substraten, Inhibitoren und anderen Matrixproteinen
zu analysieren. Außerdem werden die rekombinanten Proteine für die
Strukturanalyse kristallisiert. Am Beispiel der prototypischen Zink-Peptidase
Astacin erforschen wir die funktionellen Grundlagen der Astacine und
Metzinkine durch zielgerichtete Mutagenese, Kristallstrukturanalyse von Mutanten
und durch enzymkinetische Methoden. Astacine enthalten typischerweise ein
katalytisches Modul von etwa 200 Aminosäureresten, dem eine Signalsequenz
und eine Pro-Sequenz vorausgehen und dem oft regulatorische Domänen
angehängt sind. Dies bedeutet, dass es sich hier um sezernierte Proteine
handelt, die proteolytisch prozessiert werden müssen, um ihre aktive
Konformation zu erhalten. Wir haben die inaktive Vorstufe des Astacins, das
Proastacin, aus dem Flusskrebs isoliert und gleichzeitig als rekombinantes Protein in
Bakterien exprimiert, um den Aktivierungsmechanismus aufzuklären.
Drittmittelgeber:
Beteiligte Wissenschaftler:
Veröffentlichungen: |
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Hans-Joachim Peter