Was macht eigentlich …

… Josef Kemming

Mai 2011

Seit gut einem Jahr sind Sie nun pensioniert. Vermissen Sie die Universität?

Nein, das kann ich nicht wirklich sagen. Mit dem Dienstende war eigentlich auch das Kapitel Universität abgeschlossen. Ich habe immer gern gearbeitet, aber nach mehr als fünfzig Dienstjahren reicht es, zumal Sport in meiner Familie eine große Rolle spielt. Außerdem habe ich Enkelkinder. Im vergangenen Jahr habe ich mit dem Golfen angefangen und arbeite fleißig an meinem Handicap.

Das liegt bei?

31. Eigentlich nicht so schlecht für einen Anfänger. 

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Sport und Enkelkinder – blieb da auch noch Zeit für eine Reise?

Mit meiner Frau und Freunden war ich in Norwegen. Außerdem haben wir im Herbst eine kleine Kreuzfahrt gemacht. Aber es ist schon so, dass es meine Frau nach zwei, drei Wochen dann auch wieder nach Hause zu den Enkeln zieht. Ich könnte durchaus auch mal länger wegbleiben.

Sie haben in Ihrer Zeit an der Universität unterschiedliche Stationen erlebt. Was hat Ihnen am besten gefallen?

Das stimmt. Bevor die Pädagogische Hochschule in die WWU integriert wurde, war ich dort in der Graduiertenförderung tätig. An der Universität Münster selbst war ich dann zunächst im Amt für Ausbildungsförderung. Als das 1993/94 zum Studentenwerk rüber ging, musste ich mir was Neues suchen und wechselte ins Baudezernat. Die Betreuung von Baumaßnahmen brachte es mit sich, dass ich nicht mehr so sehr an meinen Schreibtisch gebunden war. Das hat mir gefallen. Außerdem hat mich Bauen interessiert.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung im Baubereich seitdem?

In den 90er Jahren konnten wir mehr selbst entscheiden. Das habe ich schon genossen. Man konnte mehr Dinge selbst erledigen. Das hat mir zum Schluss gefehlt. Aber natürlich ist mir klar: Wenn die Finanzen knapper werden, fällt die Verteilung etwas schwerer. Dann wird öfter auf höherer Ebene entschieden.

Würden Sie die Baubetreuung im Baudezernat heute anders organisieren?

Nein. Die Umstellung habe ich ja selbst miterlebt. Werner Brüning hat seinerzeit dafür gesorgt, dass die Uni insgesamt auf fünf Bereichsverwalter aufgeteilt wurde. So entstand eine enge Bindung an die einzelnen Fachbereiche und Gebäudeverantwortlichen. Ich habe das für gut gehalten im Interesse der Nutzer. Das funktionierte wirklich gut. Ich selbst war zuständig für den Schlossbereich, den Fachbereich Biologie, das Germanistische Institut mit dem Steinhaus und sämtliche Dienst- und Mietwohnungen.

ZUR PERSON
Geboren 1945 in Nottuln. Nach der Ausbildung bei der Post Wechsel in den mittleren Dienst an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, nach knapp 10 Jahren 1980 mit der Integration der PH in die Universität Münster Wechsel in das damalige Amt für Ausbildungsförderung der WWU. Anfang der 90-er Ausbildung zum gehobenen Dienst an der Akademie für Öffentliche Verwaltung, Hilden. Nach erfolgreichem Abschluss Rückkehr zur WWU. Ab 1998 bis zu seiner Pensionierung Anfang 2010 Bereichsverwalter im Baudezernat.

Ihr größtes Bauprojekt an der WWU?

Das war der Hindenburgplatz 55. Den haben wir völlig auf den Kopf gestellt und komplett umgebaut. Und Schlossplatz 4/7. Da ging die Physikalische Chemie raus, und der Bereich von Prof. Kudla expandierte. Große Teile des Gebäudes wurden zwischenzeitlich als Ausweichquartier zunächst für die Politikwissenschaft, dann für die Geowissenschaften genutzt. Wir mussten also immer wieder Anpassungen an den Bedarf der jeweiligen Nutzer vornehmen.

Was steht in dieser Woche auf Ihrem Programm?

Zunächst habe ich mir vorgenommen, heute unbedingt noch die Sträucher im Garten zurückzuschneiden. Ich liebe die Gartenarbeit sehr. Heute Abend beginne ich wieder mit dem Tennis. Morgen muss ich zum Arzt, das lässt sich leider nicht vermeiden. Anschließend starte ich die Golfsaison. Tja, und gegen Ende der Woche geht dann auch wieder das Joggen los … 

Wie sehen Ihre Pläne für 2011 aus?

Ich würde meine Frau gern dafür gewinnen, möglichst bald in den Süden zu verreisen. Das Golfen macht dort deutlich mehr Spaß.


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